Mein Content-Mix der immer noch gerne kopiert wird.

Ein paar Hilfestellungen vom Original (da ich mittlerweile öfter 1:1 kopiert werde)

Meine Kinder im Bett, ich schaue auf mein Handy und scrolle durch den LinkedIn Feed. Ich kann schon ganz gut vorhersagen wie der nächste Post und dann darauf der nächste aussehen wird. Du wahrscheinlich auch, weil fast jeder heute mit KI schreibt. AI-Slop ist das feine englische Wort dafür. KI-Müll.

Kurzer Einstiegssatz. Leerzeile. Steile Behauptung. Drei Zeilen Erklärung, die keiner braucht. Unten die Frage an die Community, die niemand ernst meint.

Zwölf Beiträge hintereinander. Alle nach demselben Rezept, alle mit derselben Fertigsauce übergossen. Fast Food Content.

Ende 2024 hat Originality.ai nachgemessen: rund die Hälfte der englischsprachigen LinkedIn-Beiträge kommt inzwischen aus einer Maschine. Und LinkedIn hat reagiert. Seit 2025 läuft im Hintergrund ein neues Ranking-Modell namens 360Brew.

Die Folgen sind gut dokumentiert. AuthoredUp hat über drei Millionen Beiträge ausgewertet: zwischen Juni 2024 und Mai 2025 ist die mediane Reichweite um 47 Prozent eingebrochen. Video um 72 Prozent, reiner Text um 34 Prozent. Richard van der Blom misst minus 65 Prozent für Beiträge, die laut sind und nichts sagen, und plus 124 Prozent Verteilung für Inhalte mit echter fachlicher Substanz.

Und jetzt kommt der Bullshit, den ich lese: "Postet lieber weniger, dafür mit mehr Qualität, Tiefe und fachlichen Wissen"

Blödsinn.

Posten kostet dich erstmal nichts. Keine großen Mediabudgets, keine Streuverluste. Der einzige Preis ist deine Zeit oder mich direkt als Dienstleister.

Was da eingebrochen ist, ist die Reichweite pro Beitrag. Wer daraufhin seine Frequenz halbiert, halbiert seine Reichweite ein zweites Mal. Freiwillig.

Bestraft wird Austauschbarkeit. Nicht Menge.

Woran jeder deinen KI-Text sofort erkennt

Bevor wir über Mix reden, müssen wir über Handschrift reden. Denn dein bester Redaktionsplan bringt dir nichts, wenn deine Leser nach zwei Zeilen wissen, dass da eine Maschine getippt hat.

Die Muster sind inzwischen so verbrannt, dass sie fast schon komisch wirken. "Nicht X, sondern Y." Dreierketten aus Abstrakta wie Klarheit, Fokus und Wachstum. Der Satz "Es geht um mehr als nur ...". Jeder Absatz gleich lang wie mit dem Lineal gezogen. Und am Schluss diese abstrakte Weisheit, die niemandem wehtut und deshalb auch niemanden erreicht.

Dagegen hilft kein besserer Prompt. Dagegen hilft nur echtes Material, das eine Maschine nicht haben kann.

Namen. Zahlen. Orte. Uhrzeiten. Schreib nicht "ein Kunde aus der IT-Branche", sondern "ein Systemhaus aus Ludwigsburg mit 14 Mitarbeitern". Nicht "deutlich mehr Anfragen", sondern "von zwei auf neun Erstgespräche im Monat". Nicht "wir haben viel gelernt", sondern "der Fehler hat mich vier Tage und rund 3.000 Euro gekostet".

Dazu Dinge, die dir gehören. Der Dialog aus dem Erstgespräch, den du noch im Ohr hast. Der Moment, in dem du im Auto saßt und wusstest, dass der Auftrag weg ist. Deine Meinung zu etwas, bei dem du Widerspruch riskierst.

Ein guter Test vor dem Veröffentlichen: Könnte dieser Beitrag genauso unter dem Namen deines Wettbewerbers stehen? Wenn ja, lösch ihn. Er kostet dich Reichweite und Vertrauen gleichzeitig.

KI darf bei mir kürzen, strukturieren, Rechtschreibung prüfen und mir sagen, wo ich mich verzettelt habe. Den Kern schreibe ich selbst, weil ein Sprachmodell meine Meinung nicht kennt und deshalb keine haben kann.

Der Mix: drei Sorten, die zusammen arbeiten

Ein Profil, auf dem seit acht Monaten ausschließlich Fachbeiträge über staubtrockene Themen stehen, füllt keine Pipeline.

Sorte eins, die Haltungsbeiträge. Gesellschaftskritisch, unternehmerisch, manchmal unbequem. Über Arbeitsmoral, über den Beraterzirkus, über die Vorstellung, dass Familie hinter Auftrag kommt. Diese Beiträge holen Reichweite, weil sie Widerspruch erzeugen, und Widerspruch ist genau das, was 360Brew misst: Verweildauer, echte Kommentare, Leute, die antworten statt zu liken. Wichtig dabei: Die minus 65 Prozent treffen die Poster, die provozieren, ohne etwas zu vertreten. Wenn hinter deiner These keine Erfahrung steht, merkt das der Leser im dritten Satz und der Algorithmus zwei Stunden später.

Sorte zwei, die Expertisebeiträge. Der Ablauf, den du sonst nur im Erstgespräch erklärst. Die Zahl aus dem letzten Projekt. Die Checkliste, mit der du prüfst, ob ein Kunde zu dir passt. Große Zahlen holen die selten. Vertrauen holen sie immer. Und Vertrauen ist der Grund, warum jemand nach drei Monaten stillem Mitlesen eine DM schreibt und schon weiß, was er will.

Sorte drei, die Beweise. Das Stück, das die meisten weglassen. Ein Ergebnis mit Zahl. Ein Projektverlauf inklusive der Stelle, an der es geklemmt hat. Ein Kunde, den du beim Namen nennen darfst. Solche Beiträge bringen kaum Kommentare, aber sie sind das, was jemand liest, bevor er auf "Termin buchen" klickt.

Sorte eins bringt Leute in den Laden. Sorte zwei sorgt dafür, dass sie sitzen bleiben. Sorte drei sorgt dafür, dass sie bestellen.

So sieht das in einer Woche aus

Fünf bis sieben Beiträge, grob nach diesem Muster: zwei Expertisencontent, drei Haltung, zwei mit Beweis. Wenn deine Reichweite abflacht, drehst du am Haltungsanteil hoch. Wenn die Zahlen gut sind, aber keine Anfragen kommen, fehlen dir Beweise und Fachtiefe.

Was du dabei nie machen solltest: Reichweitenposts ohne Anschluss. Wer heute mit einer steilen These durch die Decke geht und in den nächsten zehn Tagen nichts liefert, was seine Kompetenz zeigt, hat tausend neue Zuschauer und null neue Kunden. Der Haltungsbeitrag öffnet die Tür. Was danach kommt, entscheidet, ob jemand hereinkommt.

Und noch etwas: LinkedIn bleibt ein Kanal. Wer seine komplette Kundengewinnung an eine Plattform hängt, deren Reichweite sich in zwölf Monaten halbiert, hat kein Marketingproblem, sondern ein Klumpenrisiko. Die Leute, die den Einbruch am wenigsten gespürt haben, hatten daneben Telefon, Mail, Netzwerk und ein System, das Termine produziert, auch wenn zwei Wochen lang kein Beitrag online geht.

Sichtbarkeit ohne Vertrieb ist ein teures Hobby.

Wie sieht dein Mix gerade aus? Ich bin ehrlich neugierig!

Willst du dass ich dein Content-Mix aufbaue und gestalte? Schreib mir eine DM oder buch dir direkt ein kostenloses Analysegespräch. Geht ca. 15-20 Minuten.

Dein Tobias